Feierliche Anerkennung von „Net Zero Nordwest Deutschland“: Niedersachsen positioniert den Nordwesten als europäische Schlüsselregion für die klimaneutrale Industrie

Mit einer Feierstunde in Oldenburg hat die Niedersächsische Landesregierung die Region „Net Zero Nordwest Deutschland“ offiziell als Net-Zero Valley gewürdigt. Grundlage ist der Kabinettsbeschluss vom 21. April 2026. Mit der Anerkennung folgt Niedersachsen einer klaren politischen Linie: Der Nordwesten wird gezielt als strategischer Raum für industrielle Transformation, Klimaneutralität und europäische Wettbewerbsfähigkeit positioniert.

Die Anerkennung der Region als Net-Zero Valley bietet die einmalige Chance auf konkrete Verbesserungen für Unternehmen. Dazu gehören beschleunigte Genehmigungsverfahren für relevante Netto-Null-Technologieprojekte, die Einrichtung einer zentralen Kontaktstelle („One-Stop-Shop“) für Projektträger, die strategische Weiterentwicklung von Industrie- und Gewerbeflächen sowie perspektivisch neue Förderoptionen im Rahmen des künftigen Mehrjährigen Finanzrahmens der Europäischen Union etwa durch Instrumente wie einen European Competitiveness Fund. Zudem ist vorgesehen, mit Unterstützung der Landesregierung innovative Formate wie Reallabore und Praxischecks einzusetzen, um Planungs- und Genehmigungsprozesse sektorübergreifend weiter zu optimieren.

Als eine der ersten Regionen in Deutschland wurde der Nordwesten auf Grundlage des europäischen Net-Zero Industry Act (NZIA) als Net-Zero Valley anerkannt. Acht Landkreise und drei kreisfreie Städte im Nordwesten Deutschlands schließen sich damit zu einem der größten zusammenhängenden Transformationsräume für Netto‑Null‑Technologien in Europa zusammen. Niedersachsen nutzt den europäischen Rechtsrahmen konsequent, um regionale Stärken zu bündeln, Verfahren zu beschleunigen und industrielle Wertschöpfung dauerhaft im Land zu sichern.

Ministerpräsident Olaf Lies machte deutlich, dass es sich um eine bewusste Weichenstellung handelt: „Das Net-Zero Valley ist ein klarer industrie- und standortpolitischer Schritt und eine der ersten dieser Vorreiterregionen in ganz Europa. Wir wollen, dass die Schlüsseltechnologien der klimaneutralen Industrie hier bei uns entstehen – mit Wertschöpfung, mit sicheren Arbeitsplätzen und mit internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Der Nordwesten zeigt, dass Klimaneutralität und industrielle Stärke kein Gegensatz sind, sondern sich gegenseitig stärken.“

Die Landesregierung richtet den Fokus dabei auf zentrale Zukunftsfelder wie Wasserstofftechnologien, Batterie‑ und Speichertechnologien, Wind- und Solarenergie sowie Stromnetztechnologien. In der Region wurden 89 Potenzialflächen mit rund 6.340 Hektar sowie 155 potenzielle Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 35 Milliarden Euro identifiziert. Damit liegt eine belastbare Grundlage für neue Wertschöpfungsketten, Investitionen und industrielle Beschäftigung vor.

Der Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Christian Meyer erklärte: „Der Nordwesten Niedersachsen bekennt sich zum Klimaschutz und Netto-Null-Emissionen. Das Net-Zero Valley in einer Gunstregion für Erneuerbare Energien schafft exzellente Voraussetzungen für die klimaneutrale Transformation und Ansiedlung von Netto-Null-Technologie wie PV, Wind, Batterien, Recycling oder Speichern. Mit diesen Beschleunigungsgebieten für Netto-Null-Industrien als Teil des Green Deal der EU sollen die Klimaziele erreicht werden und gleichzeitig viele zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfung entstehen. Wir schaffen die Voraussetzungen, damit klimaneutrale Produktion in Niedersachsen möglich und wettbewerbsfähig wird – und damit gute industrielle Arbeitsplätze eine Zukunft haben. Klimaschutz, Arbeit und industrielle Wertschöpfung passen zusammen.“

Auch europapolitisch sendet Niedersachsen mit der Anerkennung ein bewusstes Signal. Melanie Walter, Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, erklärte: „Der Nordwesten ist ein Vorreiter in der Europäischen Union. Hier zeigt sich ganz konkret, wie europäische Industrie‑ und Klimapolitik vor Ort wirkt. Das Net-Zero Valley macht sichtbar, wie EU‑Recht, Landespolitik und regionale Entwicklung zusammenwirken, um Wettbewerbsfähigkeit, Transformation und Zusammenhalt zu stärken.“

Die Anerkennung würdigt zugleich die jahrelange, enge Zusammenarbeit von Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung unter der Federführung des Amts für regionale Landesentwicklung Weser‑Ems. Nikolaus Jansen, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Weser‑Ems, hob die Bedeutung für die Region hervor: „Für die Menschen im Nordwesten ist das Net-Zero Valley eine konkrete Zukunftsperspektive. Es geht um Investitionen, sichere Arbeitsplätze und um die Chance, den industriellen Wandel aktiv mitzugestalten. Transformation wird hier nicht abstrakt diskutiert, sondern vor Ort umgesetzt.“

Mit der Anerkennung als Net‑Zero‑Valley wird der Nordwesten Teil eines wachsenden europäischen Netzwerks von Transformationsregionen. Ziel ist es, Genehmigungs- und Planungsprozesse weiter zu beschleunigen, die Investorenansprache zu bündeln, Fachkräfte zu sichern und Niedersachsen dauerhaft als führenden Standort für klimaneutrale industrielle Wertschöpfung in Europa zu positionieren.